Weihnachtsfest und Managererkrankung

Was hat das Weihnachtsfest mit der Managererkrankung zu tun- oder was machen, wenn das Akku mal wieder leer ist

Endete die durch Berufshetze, Stress und ungesunde Ernährungsweise bedingte Managerkrankheit tödlich, wurde in den 1970ern vom Managertod gesprochen- heute betrifft diese tückische Erkrankung viele Menschen unserer Gesellschaft. Neuerdings wird darauf hingewiesen, dass vorwiegend der Misserfolg in der beruflichen Arbeit die Entstehung der Managerkrankheit wiederspiegelt. Dazu gehören verschiedene Störungen, besonders des Kreislaufes, die sich zunächst auf funktioneller Ebene manifestieren wie Minderbelastbarkeit, Luftnot, Thoraxschmerzen,  verminderte oder aufgehobene Libido usw. und den langfristigen somatischen Folgen wie plötzlicher Herztod, Herzinfarkt und Schlaganfall. Dabei sind die Vorboten wie nervöse Übererregbarkeit, Unausgeglichenheit für alle Menschen im beruflichen und sozialen Umfeld bereits Monate vorher klar erkennbar, die Betroffenen realisieren dies meist jedoch erst, wenn es zu spät ist. Dabei sind es meistens die vielen kleinen Kompensationsversuche wie „ich nehme jetzt Nahrungsergänzungsmittel und kann mich schon viel besser konzentrieren“ oder ich geh jetzt wirklich am Wochenende zum Joggen, die die Verzweifelten eindeutig identifizieren. Im weiteren Verlauf sind es dann meistens Familienangehörige oder nahestehende Personen, die das Thema aufgreifen und verbalisieren, obwohl dann häufig „bis zur letzten Patrone“ gekämpft wird, ehe die berufsbedingte Erschöpfung eingestanden wird. Aus Angst und Schamgefühl heraus wird bagatellisiert und der Konflikt häufig auf Nebenschauplätze ausgetragen z.B. Übertragung des beruflichen Konfliktes in die Familie oder den Partner. Häufig gibt das Weihnachtsfest Anlass über das eigene Verhalten nachzudenken oder dient als sog. „Trittbrett“ den aufgestauten Konflikt auszuleben

Sprechen Sie uns an, wenn Sie an sich oder ihren Familienangehörigen eine solche Entwicklung bemerken, wir können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.  Wenn also das Fahrrad des Schwiegervaters nicht mehr in der Familiengarage abstellt werden darf, der Nachbar mal wieder den schöneren und größeren Weihnachtsbaum aufgestellt hat, die Schwägerin die größeren Kugeln im Baum platziert hat und ihr Partner  sich an ihrem Weihnachtsbesuch mal wieder abgearbeitet hat, dann setzen Sie sich rechtzeitig zur Wehr und haben Sie den Mut das Problem direkt anzusprechen, bevor ihr Familienleben nachhaltig gestört wird.

Neben der Vielzahl an Hausärzten sind selbstverständlich alle niedergelassenen Psychotherapeuten und die öffentlichen Beratungsstellen Pro Familia, AWO oder auch die der evangelischen und katholischen Kirche ihre Ansprechpartner in der Not.

Wir möchten das Adventsgedicht von Loriot zum humorigen Anlass nehmen, um Ihnen auch von dieser Seite ein schönes, entspanntes und gelungenes Weihnachtsfest zu wünschen und freuen uns mit Ihnen auf ein gesunden und erfolgreichen 2015.

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
läuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
(was der Gemahl bisher vermied) -,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt zum Schluß, es geht auf vier,
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!
He, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?

Des Försters Haus ist tiefverschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:
Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann.
Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent.